24 Juni 2026

Hl. Johannes der Täufer

Gedenktag katholisch: 24. Juni



Johannes ist der einzige Heilige, dessen Geburtstag die Kirche neben den Geburtstagen Jesu und Mariens feiert. Sein Gedenktag – auch Johannistag genannt – ist der 24. Juni.

Er war der Sohn von Zacharias, ein Priester im Tempel des Herrn, und Elisabet, die Cousine der Jungfrau Maria, die durch ihn noch im hohen Alter Eltern wurden – laut der Evangelien durch das Wirken Gottes. Zacharias erschien der Engel Gabriel, der ihm die Geburt eines Sohnes verkündete, was dieser allerdings nicht glauben konnte und deshalb stumm wurde (Lk 1,19-22).

Elisabeth soll im sechsten Monat mit Johannes schwanger gewesen sein, als der Engel Gabriel ihr die Geburt Jesu verheißen hat. Dieses Ereignis soll der kirchlichen Überlieferung nach neun Monate vor dem Geburtstermin Jesu (25. Dezember) am 25. März stattgefunden haben. Drei Monate später, am 24. Juni, wurde Johannes dann geboren.

Während Johannes der Täufer mit der Erbsünde empfangen wurde, wurde diese im Mutterleib durch Marias Besuch bei Elisabet bereinigt, sodass er ohne Erbsünde geboren wurde.

Lukas berichtet ab Vers 57 von der Geburt des Täufers. Bei der Beschneidung am achten Tag sollte auch der Name verkündet werden. Er solle lt. Elisabet "Johannes" ("Gott ist gnädig") heißen, was alle Verwandten erstaunte, da es niemand mit diesem Namen in der Verwandtschaft gab. Als Zacharias aber den Namen Johannes bestätigte, konnte er wieder sprechen und lobte Gott. Im gleichen Atemzug sagt Zacharias voraus, dass das Kind „Prophet des Höchsten heißen und dem Herrn vorangehen [wird]“ (Lk 1,76).

Zu seinem Äußeren ist in der Bibel im Matthäus-Evangelium festgehalten: „Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.“ (Mt 3,4)

Die Leute hielten ihn für den Messias, der kommen soll, aber er verneinte dies indem er erklärte: „Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.“ (Joh 1,26f.). Er ist der Wegbereiter für Jesus, „die Stimme in der Wüste“ (Joh 1,23).

Dabei sparte er auch nicht an harschen Worten, in besonderer Weise an die Pharisäer, unter deren Beobachtung er stand. Sie soll er als „Schlangenbrut“ bezeichnet haben (Mt 3,7). Er rief die Menschen zur Umkehr und Buße auf und taufte sie im Jordan.

Auch Jesus kam an den Jordan zu seinem Cousin zweiten Grades Johannes, um sich wie alle anderen Menschen taufen zu lassen. Für Jesus ist klar: Er möchte Anteil am ganzen Leben der Menschen haben.

Während des öffentlichen Auftretens Jesu als Wanderprediger und Rabbi kommt Johannes an den Hof des Königs Herodes. Dieser ist mit Herodias, der Frau seines Halb-Bruders, die auch seine Nichte ist, verheiratet, was Johannes öffentlich kritisierte. Der Hinrichtung ging der Tanz der Tochter der Herodias, Salome, 14 Jahre alt, voran. Dieser hat Herodes so sehr gefallen, dass er ihr einen Wunsch gewährte. Angestiftet von Herodias, wünscht sie sich den Kopf des Täufers in einer Schale, was Herodes "sehr traurig" (Mk 6,26) ausführen ließ.

Nach dem aktuellen Forschungsstand könnte die Hinrichtung im Jahr 28/29 oder 31/32 n. Chr. erfolgt sein. Der kirchliche Gedenktag „Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers“ am 29. August erinnert an dieses Ereignis.

Der Festtermin des Johannes ist ebenso wie das Weihnachtsfest an die Sonnenwendtage am 21. Dezember bzw. 21. Juni gekoppelt. Über den Vorläufer und Wegbereiter Jesu heißt es bei Lukas: "Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes" (Lk 1,78f). Und später soll Johannes selber gesagt haben: "Er (Jesus Christus) muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Joh 3,30). Dem entsprechen die Sonnenstunden beider Gedenktage: Wenige Tage vor dem 24. Juni gibt es die kürzeste Nacht und den längsten Tag im Jahreslauf (Sommersonnwende), aber ab diesem Termin werden die Tage immer kürzer und die Nächte immer länger. Und am 25. Dezember (nach der Wintersonnwende) ist es genau umgekehrt.


Quellen: Erzbistum Köln, Katholisch.de, das Heiligenlexikon und Fr. Alar von Divine Mercy

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